BENIMM IST IN
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Benimm ist wieder "in"
Benehmen Stadt-Anzeiger West, 04.03.2004 GesamtschulenBenimm ist wieder "in"   Bei einem Besuch im Tandure haben Schüler der Integrierten Gesamtschule Linden gelernt, stilvoll zu speisen.  Benimm ist wieder „in“         Darius, Thomas und Dogan haben sich richtig in Schale geworfen. Für den Besuch im türkischen Spezialitätenrestaurant Tandure haben sie sich für ihren dunklen Anzug entschieden. Auch die anderen Schüler der Klasse 7e tragen keine Alltagskleidung. Unter dem Motto „Benimm ist wieder in“ genießen die Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Linden an diesem Abend den krönenden Abschluss ihrer Projektwoche.           Tandure-Chef Aytac Savurur führt seine jungen Gäste zunächst in die Kunst des stilvollen Verzehrs mehrgängiger Menüs ein. Anschließend serviert er eine Linsencremesuppe und – als Hauptgang – Türlü, im Lehmofen gegartes Gemüse auf Putenfleisch und Reis. Dieses aufwendig bereitete Mittagessen ist mit den Produkten populärer Fast-Food-Ketten nicht zu vergleichen. „Gerichte nach alten Rezepten werden heute kaum noch zubereitet“, erläutert der Gastwirt. Spontan hatte er sich deshalb bereit erklärt, die Projektwoche der 7e zu unterstützen und die Schüler zu einem traditionsreichen Essen einzuladen.          Damit sich die Schüler im Restaurant nicht blamieren, haben Klassenlehrerin Irm Grüttner und ihr Kollege Volkmar Alms die Mädchen und Jungen intensiv auf dieses Ereignis vorbereitet. Anhand von Texten und Filmszenen wurden Verhaltensregeln erlernt und bei der Tanzschule Bothe ein kostenloser Benimm-Kursus absolviert. Kleine Fehler wie die falsche Besteckhaltung korrigiert Grüttner gleich vor Ort. Gespräche mit Mitschülern am Nachbartisch sind untersagt, Worte wie „danke“ und „bitte“ sind nicht nur bei der Bestellung erwünscht.          Marius, der heute zum ersten Mal im Restaurant isst, gefällt es im Tandure ausgesprochen gut. Allen Befürchtungen zum Trotz hat er nicht gekleckert. Auch Claudia lernt die ungewohnte türkische Küche zu schätzen, lediglich mit den Zucchini kann sie sich nicht recht anfreunden. Und auch die Klassenlehrerin ist mit dem Restaurantbesuch zufrieden – zumal Gastwirt Savurur am Ende der Veranstaltung die ungewöhnliche Disziplin seiner jungen Gäste lobt. plü           BILD: Irm Gruettner zeigt Patricia, wie das Besteck gehalten wird. Plümer.  
"Wohin gehört der Löffel ?"
Hannoversches Wochenblatt, 10.03.2004   "Wohin gehört der Löffel ?"    "Benimm ist in" in der IGS Linden.    Linden. In seinem schwarzen Anzug, dem weißen Hemd mit Krawatte wirkt Dario schon etwas verkleidet. Noch ungewohnter als sein Kostüm muss dem Siebtklässler die Aufgabe vorkommen, seiner Tischdame Gülcan den Stuhl am Esstisch zurechtzurücken. Mit ganz anderen Problemen hat Claudia zu kämpfen, die nicht recht weiß, was zu tun ist, wenn die Suppe nicht schmeckt. Das Mädchen quält die Frage, wo und wie der Löffel abzulegen sei.
   Theoretisch gelerntes gutes Benehmen sollen die drei Teenager mit ihren 19 Mitschülern von der IGS Linden in der Praxis erproben. Dazu eingeladen hat das Restaurant "Tandure".  Ausgangspunkt ist das Projekt "Respekt", das die IGS im Rahmen ihrer Projektwoche anbietet. "Benimm ist wieder in", ist der Untertitel dieser Veranstaltung. Und daran hapert es bei vielen beträchtlich, erklärt Klassenleherin Irm Grüttner, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Volkmar Alms das Respekt-Projekt begleitet.
   Das bei vielen die Worte "Danke" und "Bitte" im Wortschatz völlig fehlen, einfach genommen, was gerade gebraucht wird, Türen nicht aufgehalten werden und andere nicht ausreden können, fällt im Schulalltag immer wieder auf, sagt Grüttner. Viele lernen das gute Benehmen nicht mehr zu Hause, oder die Eltern wählen den Weg des geringsten Widerstandes, sagen nichts, wenn der Sprössling sich schlecht benmmt, um ihre Ruhe zu haben. Manche Kids haben es gelernt, wollen aber gegenüber ihren Altersgenossen "cool" erscheinen, erklärt Grüttner die Ursachen des Defizits.
   In ihrem Umgangston können sie häufig nicht mehr unterscheiden, ob es sich um einen Kumpel oder eine Respektsperson handelt. Dabei kann das für ihre berufliche Zukunft einmal entscheidend sein, denn in zweieinhalb Jahren müssen sich die Ersten bewerben, und der Erfolg hängt vom ersten Eindruck ab, den der Bewerber im Gespräch hinterlässt.     reu
BILD: Tandure-Wirt Aytas Savurur spendierte den Schülern ein Mittagessen - und servierte wie hier bei Dario nd Gülcan persönlich. Toto: Reuper 


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