TSCHERNOBYL - GOMEL - WETKA
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Besuch aus Wetka vom 07.06.-14.06. >>

 

Willkommene Gäste aus Wetka beim Sponsorenlauf und Schulfest in der IGS Linden am 09.06.

Die regelmäßigen Besuche werden organisiert von Frank Roth (im Bild oben dritter von rechts). Die Lehrerin spricht gut deutsch. Ein zweiter Dolmetscher ist ein Schüler der IGS Linden, der aus einem russisch-sprachigen Land kommt (im Bild links zweiter von rechts).

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Besuch aus Wetka vom 07.06.-14.06.

Mittwoch, 07.06. - Ankunft des Busses aus Minks zwischen 7 und 13 Uhr, Wochentickets der ÜSTRA kaufen, dann ins Seminarhaus Deisterblick, kleine Aktivitäten wie Fahrradfahren, Spaziergang, Barsinghausen kennenlernen
Donnerstag, 08.06. - Erster Besuch in der IGS, Treffpunkt 9:50, eine Gruppe in die 5d bis 16:15, Mittagessen in der Mensa, die 10. gehen in den 9. Jg und nachmittags kurze Besuche in den Familien, Teffen 17:00 zur Fahrt ins Seminarhaus
Freitag, 09.06. - 10:30 Empfang im Rathaus mit der Bürgermeisterin Lange, ab 12:00 Teilnahme an den Aktivitäen zum Sponsorenlauf und zur Einweihung des Pausenhofes, ab 15:00 Stadtbummel, WM Beginn 18:00 Uhr
Samstag, 10.06. - 11:00 Treffpunkt Haltestelle Nieschlagstrasse, Flohmarkt, Rathausturm, Herrenhäuser Gärten, Regenwaldhaus
Sonntag, 11.06. - AquaLaatzium, eventuell Landesmuseum1
Montag, 12.06. - 10:00 Unterrichtsbesuche, Mittagessen in der Mensa, Zoobesuch
Dienstag, 13.06. - 19:30 Abreise vom ZOB

Der Förderverein unterstützt diesen Besuch aus Wetka in Höhe von 500 EUR (das sind in etwa 10 % der Gesamtkosten) und macht ihn in der Rolle des Einladenden überhaupt erst möglich.

Wir hatten im Herbst die Direktorin und 5 Kolleginnen der Schule Nr.2 in Wetka zu Gast. Die Kleinstadt Wetka mit etwa 7500 E liegt etwa 25 km östlich von Gomel in dem schon etwas höher verstrahlten Gebiet. Einige Dörfer dieser Gegend wurden komplett evakuiert. Frank Roth hält den Kontakt mit Schulen in Weißrussland nun schon einige Jahre. Die Besuchergruppe in diesem Jahr besteht aus sechs Schülerinnen, vier Schülern und 2 Lehrerinnen. Schulen können generell nicht mehr Träger solcher Maßnahmen sein, deshalb hat der Förderverein die Schülerinnen und Schüler eingeladen. In der IGS Linden haben Schülerinen und Schüler aus der Gomel-AG und BriefpartnerInnen aus der Stammgruppe 5 d (mit den Stammlehrern Herrn Mende und Herrn Dessauer.

 
Oktober 2005 GOMEL AG - WETKA GRUPPE
NesterenkoAKTUELL - 03.10.2005  BESUCH AUS WEISSRUSSLAND
Gestern sind 12 Personen aus Weißrussland gekommen. Darunter sind auch der Direktor und die Krankenschwester aus Vetka, Radiometristen aus verschiedenen anderen Dörfern und 2 Mitarbeiter von Prof. Nesterenko vom Institut Belrad in Minsk. Heute sind sie bereits in Hannover zum Kennenlernen der Stadt.
 Morgen werden sie einen offiziellen Empfang im Rathaus erleben. Ab Mittwoch sind sie dann bis Freitag ihren Partnerschulen zugeordnet. Am Mittwochvormittag sind unsere eigenen Gäste (4 Personen) dann in SekI, auch zum kleinen offiziellen Empfang und zu einem von Schülerinnen geführten Rundgang in der 3./4. Stunde (wie ich hoffe). Am Donnerstagnachmittag (8. und 9. Stunde) hat Frank Roth zu einem offiziellen Begegnungstermin in SekII eingeladen. Das Gespräch kann je nach Interesse verschiedene Teilthemen berühren.(Siehe Anlage)
Am Freitagnachmittag (13.40h bis 16 Uhr)  soll dann das entscheidende Vorbereitungsgespräch für alle diejenigen stattfinden, die im Juli des nächsten Jahres nach Belarus mitfahren wollen. Ab 17 Uhr ist die Gruppe dann in Hannover  für die letzten Stunden wieder zusammen; der Zug fährt 0.34h.
Frank Roth bittet darum, diese Information weiterzugeben.
FOTO:  Gepräch mit Schüler der IGS Linden: Prof. Nesterenko aus Minsk (Berichte aus 1999)
 
Oktober 2005 GOMEL AG - WETKA GRUPPE - Programmablauf
PROGRAMM - ABLAUF  OKTOBER 2005
Mittwoch, 5.Oktober      -      Offizielle Begrüßung in SekI, Schulrundgang
Donnerstag, 6.Oktober    -    14.40h  in Sek II:    Vortrag und Gespräch: „Leben heute - 20 Jahre danach“ 
Freitag, 7.Oktober   -          13.40h  Gomel-Wetka AG
Gespräch über die Intensivierung der Schülerkontakte und über die geplante Reise nach Wetka im Juli 06. Alle Schüler und Schülerinnen, die im nächsten Jahr mitfahren wollen, müssen hier teilnehmen.  

Angebot: Interessante Unterrichtsgespräche mit unseren Gästen:
Tschernobyl und Folgen, Schulleben, Wendezeit, Grenzland EU, Demokratie únd Menschenrechte (Letzter Staat in Europa mit Todesstrafe; gerade ist eine der letzten freien Tageszeitungen vom Staat geschlossen worden).
Falls also Interesse besteht, können die Gäste mit in den Unterricht kommen! Ein Dolmetscher des Instituts BelRad in Minsk von  Prof. Nesterenko ist dabei; den thematischen Schwerpunkt könnt ihr selbst setzen!
Möglich sind Vormittagsstunden von Mi (3. u. 4.E), Do (3.- 6.E.) und Fr. (3-6.E).
Gut wäre ein Schulrundgang mit Führung durch SchülerInnen am Mittwoch in der 3. oder 4.E.

Bitte eine kurze Mitteilung mit dem Terminwunsch ins Fach 33.

Frank Roth
 
25.09.2005 GOMEL AG - WETKA GRUPPE
Gomel AG – Wetka Gruppe   /
Rundbrief 03- 05  /  25.09.05  
 
   
     


Finanzierung
Zwischenabrechnung zum  25.09.05 
Einnahmen:
Verkaufsstand Schulfest 04    ...........................................................            100,00
Tombola Tag der offenen Tür 05:      85 E - 5 E Wechselgeld  ........               80,00
Waffelaktion Sek II 16.2.              63 E – Einkauf        .  ...........................       50,00
Spendendose   17.2.                                                    .............................       12,95
Förderverein IGS-L für den Vortrag                             ... ........................       100,00
Verkaufsstand Schulfest 05                                     ..............................          50,00

Summe  .......................................................................................................  392,95

Ausgaben
Kostenbeteiligung Emailaccount Schule Wetka   07/04 .....................              50,00 E
Honorar Vortrag Nesterenko am 17.2.05.............................................           150,00 E
Teilbetrag Messstation für 2004   ......................................................             200,00 E
Summe ................................................................................................           400,00 E

Damit wäre unser interner Saldo ausgeglichen.
Leider sind aber keine der angedachten Benefizveranstaltungen durchgeführt
worden und vom Abiball haben wir auch nichts abbekommen. 
Fraglich ist also, wie wir unser Engagement für das Funktionieren der Messtelle in Wetka steigern können. .


 
Vortrag von Prof. Nesterenko am 17.02.2005 in der Sek II
Rundbrief 02- 05   -   20.02.05
Vortrag von Prof.Nesterenko am 17.2. in der Sek II
Zur Situation in Weißrussland (Belarus), über die Hilfe für die strahlengefährdeten Kinder und über unsere Unterstützung der Messstelle in der Schule Nr.2 in Wetka


Wieder einmal konnte Professor Nesterenko aus Minsk für einen Vortrag an unserer Schule gewonnen werden. Rund 40 Schülerinnen und Schüler sowie einige LehrerInnen nahmen die Gelegenheit wahr, Orignalinformationen aus Weißrussland zu erhalten.
Obwohl bereits 19 Jahre seit der Katastrophe von Tschernobyl vergangen sind, nimmt die Häufigkeit von schweren Erkrankungen weiter zu.  Die Aufklärung der Bevölkerung über die Folgen der Strahlung ist immer noch von besonderer Bedeutung. In seinen Film – und Wortbeiträgen diskutierte der ehemalige Konstrukteur mobiler Atomkraftwerke  mögliche Maßnahmen zur Linderung der Krankheiten in der etwa 2 Mio Personen umfassenden Bevölkerung, die in dem verstrahlten Drittel von Belarus bleiben muss. Die Aufgaben seines staatlich-unabhängigen, radiologischen Instituts „Belrad“ in Minsk besteht u.a. darin, Messstellen einzurichten, LehrerInnen zu trainieren und Kinder mit den mobilen Messlabors auf inkorporierte Strahlung zu messen.
Über 200.000 Messungen sind bereits durchgeführt worden. Insbesondere werden Kinder dann gemessen, nachdem sie das Pektinpräparat des Institutes vier Wochen lang eingenommen haben. Rückgänge um 50% der aufgenommenen Strahlung sind dabei die Regel! Die Wirksamkeit des aus den Pressrückständen bei der Apfelsaftherstellung gewonnenen Pektins beruht auf dem Ionenaustausch zwischen dem Calcium im Pektin (aus den Mittelamellen) und dem radioaktiven Cs 137, das dann vom Körper ausgeschieden wird.
Auch von Prof. Bandashevski hat er berichtet, dessen Frau, eine Kinderärztin, vor eineinhalb Jahren ebenfalls bei uns zu Gast war und damals ihre  Untersuchungsergebnisse mit den schweren Folgen für viele Kinder vorstellte. Nach wie vor sind die medizinischen Veröffentlichungen ihres vom Regime festgesetzten Ehemannes zu den gesundheitlichen Folgen der Verstrahlung von besonderer Brisanz. Seine Untersuchungsergebnisse passen nicht in das verlogene Bild der Lukaschenka-Administration („es ist alles nicht so schlimm und viele Gebiete können schon wieder bewohnt werden“). Gerade die schweren Erkrankungen (insbesondere Bluterkrankungen wie Anämien) nehmen zu, es gibt eine Vielzahl von Krankheiten bis hin zum Grünen Star bei Kindern, die stark überhöht vorkommen und mit dem Reaktorunfall korrelieren.
Bisher ist Prof. Bandashevski trotz internationaler Proteste (so auch vom EU-Parlament)  noch nicht wieder vollends frei gekommen; auch von uns ging eine Unterschriftenliste ans AA  Berlin: Zwar ist er nicht mehr im Gefängnis, aber er befindet sich noch unter Hausarrest in einer Kleinstadt in Belarus. Die erforderliche medizinische Versorgung für den Erkrankten wird nicht gewährt.....
Einige Beiträge von Anwesenden dienten der Nachfrage und Vertiefung. Wir danken Herrn Professor Nesterenko für seinen Vortrag und wünschen weiterhin Gesundheit und Erfolg mit seiner Arbeit.
 
Die Arbeit der Wetka-Gruppe in der Gomel-AG
Unsere weiteren Möglichkeiten zur Unterstützung wurden auch angesprochen, die Interessierten werden sich in diesem Jahr noch einige Aktivitäten vornehmen, um Gelder für die Messstelle in Wetka zu sammeln.
Am Samstag fand eine Veranstaltung mit  Prof. Nesterenko im JANUN-Regionalbüro statt.
Ich habe ihm bei dieser Gelegenheit die Wetka-Verträge für die Zeit Ende 2003 bis Ende 2004 unterschrieben, das Vortragshonorar bezahlt und 200 E für die Messstation mitgegeben. Meine Anzahlungen (über Privatkuriere in bar in 03 und 04) muss ich noch zusammenstellen und mit dem Institut abgleichen, wahrscheinlich bleibt kein Rest.

Zwischenabrechnung zum  20.2.05. 
Einnahmen:
Verkaufsstand Schulfest 04    ...........................................................            100,00
Tombola Tag der offenen Tür 05:      85 E - 5 E Wechselgeld  ........               80,00
Waffelaktion Sek II 16.2.              63 E – Einkauf        .  ...........................       50,00
Spendendose   17.2.                                                    .............................       12,95
Förderverein IGS-L für den Vortrag                             ... ........................       100,00
Summe  .......................................................................................................  342,95

Ausgaben
Kostenbeteiligung Emailaccount Schule Wetka   07/04 .....................              50,00 E
Honorar Vortrag Nesterenko am 17.2.05.............................................           150,00 E
Teilbetrag Messstation für 2004   ......................................................             200,00 E
Summe ................................................................................................           400,00 E

Die Schlussabrechnung für das Jahr 2004 wird noch erstellt.

Ganz herzlich möchte ich dem Förderverein der IGS-L für seine Unterstützung und  insbesondere der kleinen Schar der „Aufrechten“ danken, die ohne Zögern immer wieder mitgeholfen und sich schon für weitere Aktivitäten bereit erklärt haben!


Ausblick auf 2005: Unsere aktuellen Möglichkeiten zur Hilfe
Vorgeschlagen wurden bisher folgende Maßnahmen für dieses Halbjahr:
1.Eine Disco-Party (ev. im Zelt), bekannte DJs würden umsonst arbeiten.  Möglicher Gewinn: 500 E 
2. Abi-Party / Ball. Ein Teil des Gewinns könnte für unsere Hilfsaktion verwendet werden.   Beabsichtigte Einnahme: 500 E
3. Stand auf dem Schulfest am 8.Juli; Verkauf von Waffeln, Sandwich, Crepes???. Mögliche Einnahme: 100 E

Von Nesterenko vorgeschlagene Maßnahmen:
1. Betrieb der Messstelle der Schule Nr.2 in Wetka, Bezirk Gomel, im Jahr 2005
Der Vertrag  enthält folgende Leistungen: Bezahlung der Radiometristin, Wartung  der Messgeräte, Berichterstattung. Der finanzielle Aufwand für ein Jahr beträgt 1238 E.
Hinzukommen noch als einmalige Anschaffung eine elektronische Waage und deren Eichung für 197 E. Zusammen ergeben sich somit 1435 E.
2.    Strahlenmonitoring und Pektingaben für Schülerinnen und Schüler
Mit einer ersten Messung werden alle 380 Schülerinnen und Schüler erfasst. Davon werden 50% mit Pektin versorgt und in einer zweiten Messung  kontrolliert; daraus ergibt sich zusammen mit den notwendigen Dienstleistungen der      Betrag von 2924 E.   

Diese vorgelegten Verträge für 2005 habe ich bisher nicht unterschrieben.
Zuerst müssen wir gemeinsam eine Planung, insbesondere für das 2. Schulhalbjahr durchführen. Wir werden unsere Kräfte sorgfältig einschätzen. Es ist aber zu erkennen, dass wir zumindest den Betrieb der Messtelle werden finanzieren können.

Begegnungen in der Schulpartnerschaft
Nach meinen Besuchen im vergangenen Jahr beantragte ich zusammen mit dem dortigen Schulleiter, Herrn Bannikov, bei der Robert-Bosch-Stiftung die finanzielle Unterstützung einer Partnerschaftsbegegnung mit gegenseitigen Besuchen. Das Thema ist:
Nähe und Ferne in Europa  -
Nachbarn in der Vergangenheit, Nachbarn im Europa von heute - und morgen?

Aus dem Antrag:
1. Welche Besonderheiten in der Geschichte dieser Stadt sind hervorzuheben, haben die Entwicklung stark geprägt?
2. Was passierte im letzten Jahrhundert, insbesondere im 2. Weltkrieg, und danach?
Historische Quellen verschiedener Art (Gebäude, Denkmäler, Objekte in Museen etc.) werden von der gastgebenden Gruppe in der Vorbereitungsphase ausgewählt und in der Projektphase den Gästen vorgestellt und erläutert. Gemeinsam soll dann die Bedeutung der ausgewählten Ereignisse für das heutige Leben ermittelt werden (z.B. durch Interviews von Schülern oder anderen Personengruppen). Die Ergebnisse (ev. auch mit Recorder, Fotos, Video) sollen dann ausgewertet und einer Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Zusammenfassungen sollen dann als nachhaltige Objekte wie Wandzeitungen, Textbroschüren (Sonderausgabe einer Schülerzeitung), gemalten Bildern, Fotodokumentation oder auch als kleine Theaterschau entstehen.
3. Finden wir heute Gemeinsamkeiten? Was trennt am stärksten? Kann es eine gemeinsame Zukunft geben?


Die erste Begegnung würde im Juli direkt im Anschluss an unsere Schulzeit stattfinden. Wir würden nach Minsk fahren, dort unsere Partnergruppe treffen und historische Stätten zum 2. WK und zur Stalin-Ära besichtigten. Für drei Tage würden wir auch in die stärker verstrahlte Zone fahren, Wetka besuchen und ein Projektprogramm vor Ort erarbeiten.
Der Gegenbesuch einer Gruppe aus Wetka würde dann im September stattfinden.
Die Entscheidung über eine Unterstützung dieses Projektes wird erst Ende März bekanntgegeben. Erfahrungsgemäß werden allerdings nur etwa 15% der beantragten Schulpartnerschaftsprojekte unterstützt. 
Falls wir auch diesmal wieder abgelehnt würden (zwei Ablehnungen bereits in 04), wäre eine Neuorientierung auf andere Träger erforderlich.

Termine:
Nächstes Treffen im März zur Abstimmung über den Umfang unserer Hilfe und zur Vorbereitung von Veranstaltungen


Mit freundlichen Grüßen
Frank Roth


 
Stadt-Anzeiger West, 25.11.1999 Hoffnung für verstrahlte Kinder von Igowka

LINDEN / IGS-Schüler bringen Geschenk nach Weißrussland: Eine Meßstelle für radioaktiv verseuchte Nahrung
Tschernobyl - der Name der weißrussischen Stadt hat auch 13 Jahre nach dem atomaren Super-Gau noch nichts von seinen Schrecken verloren. Vor allem bei Kindern tickt die Zeitbombe der radioaktiven Verseuchung , die sie durch kontaminierte Lebensmittel wie Milch oder Waldbeeren aufnehmen.
Abhilfe können nur Messstellen schaffen, an denen Lebensmittel überprüft werden. In den Städten ist dies ein geringeres Problem - doch gerade in den rund 500 Dörfern des dünn besiedelten Landes fehlt es an Einrichtungen. Im Dorf Igowka allerdings nicht mehr: Dort hat Frank Roth, Lehrer an der IGS Linden, mit Schülern kostenlos eine solche Anlage aufgebaut. Jetzt ist der Leiter des Instituts für Strahlensicherheit in Minsk, Professor Vasily Nestorenko, zu einem Gegenbesuch in die Schule gekommen. 
Es ist mucksmäuschenstill in der Aula, als Nesterenko von den noch immer katastrophalen Zuständen  in seiner Heimat berichten. 480 000 der 500 000 Kinder seien durch radioaktive Strahlung bedroht. "Das Cäsium 137 wird noch für 300 Jahre in der oberen Bodenschicht bleiben, wo Pflanzen und Bäume wachsen. Dadruch gelangt es in unsere Nahrungskette", unterstrich Nesterenko. Was Nesterenko nicht sagte, sprach sein französischer Kollege Michel Fernex aus, ehemaliger Professor der Universität Basel und jetz in Tschernobyl-Projekten tätig: "Trotz der Lage und der genetischen Schädigung von Generationen unterdrückt die Regierung Diskussionen und hat sogar einen Arzt inhaftiert, nur weil dieser entsprechende Untersuchungsergebnisse veröffentlicht hat."
Mit der neuen Messstelle der IGS-Linden könne für die 150 Schüler im 200 Kilometer von Tschernobyl entfernten Dorf Igowka viel getan werden, betonte Nesterenko. Er habe Kinder untersucht, die mit 6000 Becerel verstrahlt werden, der zwanzigfachen Dosis der eigentlich für Erwachsene zulässigen Höchstwerte. "Nur" 5000 Mark hat die IGS für die Einrichtung der Anlage inklusive der Schulung des Personals gekostet. "Die Lehrer werden vor Ort ausgebildet, denn die Messungen sind nicht so einfach", erklärt Frank Roth. Das Engagement - das die IGS bereits mit mehreren Besuchen in Gomel innerhalb der verstrahlen Zone dokumentiert hat - hat offenbar auch Landtagspräsident Rolf Wernstedt beeindruckt. Er habe ihm bei seinem Besuch zugesagt, so Nesterenko, Schulen anzuschreiben, um noch weitere Messstellen installieren zu können.
Als Roth zum Schluss erklärte, dass eine Zentrifuge 90 Prozent der Radioaktivität in Form des Cäsiums aus der Milch schleudern könne und diese nur 100 Mark koste, schauten sich viele Schüler an.Auf seine Frage, ob man diese Summe nicht zusammen bekäme, gab es eine spontane Antwort aus 100 Kehlen:  "Ja.". Das dankbare Lächeln von Professor Nesterenko dürfte dem der Mütter der Inder von Igowka in nichts nachstehen.

 
Hannoversches Wochenblatt West, 24.11.1999 IGS Linden: Besuch aus Minsk

LINDEN. Hoher Besuch in der IGS Linden: Die Gesamtschule, die seit Jahren gute Kontakte zu Schulen in der weißrussischen Stadt Gomel unterhält, hatte am vergangenen Montag Prof. Nesterenko aus Minsk zu Gast. Der ehemalige Atomwissenschaftler, an den Arbeiten nach der Reaktorkatastrohe von Tschernobyl beteiligt, setzt sich seit Jahren für seine Landsleute in der verstrahlten Region Weißrusslands ein. Er gründete und leitet bis heute das unabhängige Institut für Strahlensicherheit "Belrad" in Minsk. Die Kontakte der IGS Linden nach Weißrussland sind durchaus vielfältiger Natur. So wird beispielsweise in der Schule des Dorfes Igowka eine Messstelle finanziert und unterhalten, mit der Lebensmittel untersucht werden können. Im September statteten Schülerinnen und Schüler der IGS der Region um Gomel einen Besuch ab und ließen  sich über die Situation vor Ort informieren. Der Besuch von Prof. Nesterenko diente nicht zuletzt der Intensivierung der Kontakte nach Weißrussland. Welche Unterstützung kann die IGS, können Schüler, Eltern und Lehrer im Rahmen ihrer Möglichkeiten leisten ?
 
Presseerklärung IGS-Linden hilft den Menschen in Tschernobyl

Hilfe für die strahlenbelasteten Kinder - Die Messstelle der IGS Linden arbeitet!
Prof. Nesterenko aus Minsk berichtet am Mo, 22.11.99, 12:00 - 13:00 in der Aula

Für die meisten Hannoveraner ist Tschernobyl ein atomarer Alptraum weit weit weg, für viele Lehrer und Schüler der IGS Linden eine konkrete Erfahrung.
Seit Jahren bestehen gute Kontakte mit Schulen in Gomel, werden Hilfeleistungen unterstützt.
Am Montag, den 22.11.99 kommt Prof. Nesterenko aus Minsk in die IGS Linden, um aus der verstrahlten „Zone" zu berichten. Als ehemaliger Atomwissenschaftler kämpft er heute für seine Landsleute in der verstrahlten „Zone" von Weißrussland. Hier sind zwei Drittel der Radioaktivität des Super-Gau von Tschernobyl niedergegangen. Auch er war bei den Arbeiten nach der Katastrophe eingesetzt. Er gründete und leitete bis heute erfolgreich das unabhängige Institut für Strahlensicherheit „Belrad" in Minsk.

Prof. Nesterenko berichtet über

  •   die Lage der Bevölkerung in der Tschernobyl-Region
  •   die gesundheitliche Situation der Kinder
  •   die Messstelle für Lebensmittel in der Schule des Dorfes Igowka, die von der IGS Linden finanziert und unterhalten wird
  •   die Hoffnung für die strahlenbelasteten Kinder durch die neue Pektin-Therapie
Außerdem:  Bericht vom Besuch der IGS Linden in der verstrahlten Zone - Gomel und Igowka - während der Projektwoche im September.
Kurzfilme, Fotos, Dokumente, Brieffreundschaften, nächste Schritte, Möglichkeiten mitzumachen für Einzelne und Klassen, ...
Nachfragen an:
IGS Linden, Christoph Walther, Schulleiter, Tel. 168-45594
Koordinator der Aktivitäten in Weißrussland: Frank Roth

Mit freundlichen Grüßen
Hans-Dieter Keil-Süllow

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