URBANE CHOREOGRAFIEN 
 
April 2011 Jubiläumsjahr 2011: 40 Jahre IGS Linden

Das gesamte Programm

>> 150 Jahre Junges Linden, das Programm für das Jahr 2011. pdf, 88 kb
>> 40 Jahre IGS Linden, das Programm für das Jahr 2011. pdf, 10 kb
>> Jubiläumsangebote - T-Shirts und anderes - für die Fans der IGS Linden. pdf, 26 kb
>> Presse-Information: Projektwoche 21.-25.2./ Veranstaltungen im März, 234 kb
 
"Urbane Choreografien"
ein Projekt zum Jubiläum - 40 Jahre IGS Linden

gefördert durch die Stiftung Niedersachsen, die Linden-Limmer-Stiftung, die Stadt Hannover und den Verein Blickpunkte e.V.

1. Projektidee: Zwei Schulen möglichst jedes Schuljahr

"Urbane Choreografien" ist ein integratives Tanzprojekt für Jugendliche, das für die Einübung kultureller Toleranz, Kommunikation und Chancengleichheit steht.
Es soll die verschiedenen Schülergruppen/ Jugendlichen zusammenführen und so die Begegnung zwischen verschiedenen Lebensweisen und - Perspektiven ermöglichen. "Urbane Choreografien" soll bestehende Vorurteile zwischen Gruppen bzw. Menschen, die im Alltag möglicherweise nur wenige Berührungspunkte haben, abbauen und diese in ein vertrauensvolles und voneinander profitierendes Miteinander verwandeln.
Die Grundidee ist, dass in unserer heutigen Welt alle Schülerinnen und Schüler mehr Bewegung, mehr Fantasie, mehr gemeinsame positive Körpererfahrungen brauchen und dass dazu Tanz und das Bilden von lebenden Skulpturen beitragen kann.

2. Ziel und künstlerische Intention

Das Ziel ist vor allem, kreative urbane Tanzperformances in den Straßen des jeweiligen Stadtteiles in Hannover, durchzuführen. Im Rahmen einer regulären "Arbeitsgemeinschaft Tanz" würde dies ein kreatives, fächerübergreifendes Angebot im "normalen" Schulunterricht. Die künstlerische Intention ist es, in den Schülerinnen und Schülern schlummernde Potenziale zu wecken, zu fördern und sie zu völlig neuen Aktivitäten und künstlerischen Ausdrucksformen zu ermuntern.
Maximal ca. 20 Schülerinnen und Schüler sollen öffentliche Räume entdecken, ihre Raumstrukturen erkennen, diese "ertanzen" und durch Bewegung und Choreografie hervorheben.
Das geplante Projekt ermöglicht Jugendlichen einen ungewöhnlichen Zugang zum Tanz, zur Stadt und ihren Straßen und mit der Ausdruckskraft ihres Körpers ihre Umwelt neu zu erleben.
Das ist kein gewöhnlicher Spaziergang - es ist ein sich bewegender Parcours, dessen Bewegungen der Zuschauer verfolgen kann, um sich damit selbst durch öffentliche und halböffentliche Räume fortzubewegen. Eine Kette schnell gebildeter Körper-Skulpturen eröffnet neue Perspektiven und Einblicke, sie zeigt dem Publikum die urbanen Strukturen und daraus resultierende Bewegungsmöglichkeiten auf. Zuschauer und Passanten werden dazu eingeladen, über ihr Umfeld und ihre Bewegungsgewohnheiten nachzudenken.
Im Vordergrund steht, verstärkt das Interesse der Jugendlichen an Kultur zu wecken, sie zu eigener Kreativität anzuregen und sie damit auch gezielt und intensiver an das kulturelle Leben in der Stadt heranzuführen.

3. Konzeption

Die AG soll mindestens ein ganzes Schuljahr laufen. Rechnet man das erste Schulhalbjahr als Eingewöhnung-, Beginn- und Trainingsphase in Räumen, so kann im zweiten Schulhalbjahr - je nach Wetter - früher oder später begonnen werden, mit Tanz und Übungen ins Freie und in den Stadtteil zu gehen.
Der wöchentliche Zeitaufwand beträgt in der Regel zwei Schulstunden. Es wird mit intensivem Körpertraining aus Elementen des Modernen Tanzes, des Hip Hop,
Street Dance und der Kontaktimprovisation gearbeitet. Mögliche "Tanz-Orte" werden erforscht und ausgewählt. Diese liegen in der Regel außerhalb der Schule: der Schulweg, Freizeitorte der Schülerinnen und Schüler, öffentliche Räume wie z. B. Haltestellen, Einkaufspassagen, schmale Gassen, Fußgängerzone, Gänge,Treppenhäuser, Brücken etc.
Einzelne Choreographien werden vor Ort erarbeitet. Wichtig dabei ist immer das Ziel, gemeinsam sich zu bewegen und schließlich eine "lebende Skulptur" vor Ort zu bilden, die den Ort verfremdet, ihn kommentiert oder auch "schmückt", Passanten anspricht, ermuntert, in einen Dialog zieht. Abschlusspräsentationen an zentralen Plätzen des Stadtteils sind integraler Bestandteil der Arbeit.
Selbstverständlich soll die AG-Arbeit auch in das Schulleben hineinwirken, z. B. Durch Teilnahme an Festen, durch Aufführungen einzelner Performances, die sich dafür eignen, oder durch Aktionen auf dem Schulhof in der Pause etc.

4. Realisierung

Alles kreist um das Thema der Zurschaustellung des Körpers im öffentlichen Raum. Das Projekt soll zeigen, dass Kunst und kulturelle Bildung auf einem hohen Qualitätsniveau für die Jugendlichen keine Frage der Herkunft und des sozialen Umfeldes ist.

Das Projekt umfasst eine Reihe von kurzen Tanzperformances, die die ausgewählten Standorte zum Bühnenraum werden lassen.
Aus den 20 Schülern und Schülerinnen einer Schule werden Gruppen gebildet, die an den ausgewählten Punkten der Stadt ihre Tanzsequenz präsentieren. Mal stapeln sie sich wie Pappkartons, klemmen sich kopfüber zwischen Laternenpfähle, "verkleiden" mit ihren Körpern einen Brunnen oder quetschen sich hinter eine Laterne oder Mauer.
Aus ruhenden Körperskulpturen werden dynamische sich bewegende lebendige Körperbilder, die sich je nach räumlicher Konstellation immer wieder verändern.
Die Energie der Körperbilder verstärkt sich durch ihre bunte Kleidung. Sie bringen Farbe in die grauen Straßen, in die schmalen Lücken zwischen Häusern.
Es wird angestrebt, mit einem Assistenten zu arbeiten, so wäre die Arbeit in kleineren Gruppen außerhalb der Schule leichter möglich.

Orte: Öffentliche Präsentationen

" Fünf Aufführungen an einem Tag
" Dauer einer Aufführung -ca 20 Minuten
" Jede Schule tritt an drei unterschiedlichen Orten.
Fünf Orte:
FZH Linden/Gelände (Jubiläum 150 Jahre junges Linden )
Kulturzentrum Faust e.V./Gelände (Jubiläum 150 Jahre junges Linden )
Ahrbergviertel (Jubiläum 150 Jahre junges Linden )
Georgsplatz
Abschlussaufführung mit allen Beteiligten
"Ein Fest für junge Leute" in Herrenhäuser Gärten

Zeitraum : Sommer 2011

5. Projektleitung

Mihkail Honesseau, Jg. 1951, geb. In Le Havre, Frankreich:
Tänzer, Choreograph, Dozent, Regisseur. Absolvierte eine klassische Ballettausbildung an der Internationale Ballet Akademie de Paris und Modern Tanz an der Scola Kantorum in Paris und an der Folkwanghochschule Essen.
Bekam zahlreiche Engagements in Frankreich, lebt seit 1978 in Deutschland. Von 1978 bis 1985 war er engagiert beim Folkwang-Tanzstudio Essen. Von 1985 bis 1991 bei der "Laokoon dance group". Von 1993 bis 1998 als Tänzer, Darsteller und Choreograph bei "TeatrKreatur", Berlin. Seit 2005 ist er Mitglied des experimentellen Musik Ensemble Megaphon aus Hannover unter der Leitung der tschechischen Musikerin Lenka Zupkova und ist als Tänzer, Darsteller, Choreograph und Regisseur tätig.
Als freischaffender Künstler Zusammenarbeit u. a. mit Ruedi Haussermann, Rosa von Praunheim, Einar Schleef, Winni Viktor, Robert Wilson.
Als Dozent unterrichtete er u. a. an der Hochschule der Künste Berlin und am Bauhaus, Dessau.
Er führte folgende Projekte schon an Schulen in Niedersachsen durch:
"Zeitgenössische Musik in den Schulen", Musiktheater-Miniaturen, St. Viti-Gymnasium, Zeven, und im St. Franziskus-Gymnasium, Lingen. Jeweils mit einer 10. Klasse.

Zeitraum : Sommer 2011